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Die Ausgabe Nr. 64, erschienen im April 2010, hat den Themenschwerpunkt "Überschuldung in Europa".
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Was ist Überschuldung? Wie kann diese gemessen werden? Zu diesen Fragen gibt es europaweit durchaus unterschiedliche Definitionen und Antworten. Das vorliegende Heft hat verschiedene Zugänge aus Österreich, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden, Bulgarien, Großbritannien, Portugal und Italien zum Thema Überschuldung zusammengetragen. Darin werden Verbesserungspotentiale aufgedeckt und wichtige Hinweise in Bezug auf die Datenqualität gegeben, um künftig vielleicht auf Basis einer gemeinsamen europäischen Politik mehr und aktiv etwas gegen die zunehmende Überschuldung unternehmen zu können. |
INHALT
Michaela Moser (asb)
"Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ..."
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Hans W. Grohs (asb)
Von Zahlen und vom Zeche zahlen (Kommentar)
Maria Kemmetmüller (asb)
Österreich
Albert Luten (NIBUD)
Niederlande
Dieter Korczak (GP-F)
Deutschland
Michael Knobloch (iff Hamburg)
Weitere Überlegungen
Emmanuel Masset Denèvre (INC)
The Common Financial Statement
Didier Noel (Daten und Zahlen); Hans W. Grohs (Zusammenfassung)
Belgien
Vilhelm Nordenanckar (Konsumentverket)
Schweden
Bistra Vassileva (E-marketing Association)
Bulgarien
Mick McAteer (SSE)
Großbritannien
Catarina Frade (University of Coimbra)
Portugal
Ernesto Fiorillo (Consumatori Asccociati)
Italien
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"Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ..."
von Michaela Moser
So sehr die gesunde Skepsis gegenüber Statistiken und Zahlenmaterial verbreitet und oft auch notwendig ist, so unverzichtbar ist die Erhebung von Daten und Fakten zu Schuldenproblemen, wenn es darum geht, genaue Analysen
und wirksame Lösungen zur Vermeidung und Bekämpfung von Überschuldung zu entwickeln.
Die professionelle Erhebung und Auswertung statistischer Daten des Klientels der Schuldenberatungen gehört deshalb seit vielen Jahren zum Qualitätsprofil der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich. Ebenso lange wird das Fehlen umfassender Studien zur Überschuldungssituation in Österreich kritisiert und eingefordert.
Mit einem Sondermodul im Rahmen der europäischen statistischen Erhebung EU-SILC wurden kürzlich nun endlich umfassendere Daten zu finanzieller Ausgrenzung und Überschuldung nicht nur für Österreich, sondern EU-weit erhoben. Wie in ersten Veröffentlichungen zu den Ergebnissen deutlich wird (siehe Beitrag S. 4–7), bestätigen, erweitern und vertiefen diese die von den Schuldenberatungen seit Jahren erhobenen Daten und die sich daraus ergebenden Forderungen. Fragwürdig und unbefriedigend bleibt dabei der Charakter der Momentaufnahme, die diesem Sondermodul zukommt und es wird weiterer Lobbyingarbeit bedürfen, um die kontinuierliche Erhebung von differenziertem Zahlenmaterial österreich- und europaweit sicherzustellen.
Dies belegen auch die weiteren Beiträge in diesem Heft. Nicht nur in Österreich, auch in vielen anderen europäischen Ländern wird seit vielen Jahren um eine verbesserte Datenlage und mehr Informationen zur Situation der
Überschuldung gerungen. Die Lösungsansätze sind dabei höchst unterschiedlich, der Weg zu umfassenden und europaweit vergleichbaren Zahlen ist immer noch lang.
Unterwegs zu europäischen Definitionen und Daten
Immerhin hat die von Schuldenberatungen und Konsumentenschutzorganisationen seit vielen Jahren vorgebrachte Forderung nach gemeinsamen Definitionen und europaweiten Daten nicht zuletzt in der europäischen
Kommission Gehör gefunden. Denn auch wenn die 2008 veröffentlichten Ergebnisse einer von der Generaldirektion für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit in Auftrag gegebenen Studie wohl viele der in sie gesetzten hohen Erwartungen enttäuscht hat, wurde damit doch das Fundament für eine gemeinsame Definition des Begriffs „Überschuldung“ auf der Ebene der Europäischen Union erweitert.
An den Ergebnissen der Studie sowie der Erhebungen im
Rahmen des EU-SILC-Sondermoduls, deren Analyse sowohl
für die meisten Einzelländer als auch für den EU-Raum
noch aussteht, wird in den nächsten Jahren weiter kontinuierlich gearbeitet werden müssen.
Neben der auf diese Weise verbesserten quantitativen
Faktenlage wird dabei auch verstärkt in qualitative Forschungen zu investieren sein, um zu einem noch besseren
Verständnis des Phänomens Überschuldung zu gelangen und
die Wirksamkeit praktischer und rechtlicher Instrumente zur
Vermeidung und Bewältigung von Überschuldungssituationen
besser analysieren und weiter steigern zu können. ::
Weitere Informationen
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
der Studie "Hin zu einer gemeinsamen europäischen
Definition von Überschuldung" ist in Form einer achtseitigen Broschüre 2008 erschienen.
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Das Magazin das budget ist die Diskussions- und Informationsplattform der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich, die im Dachverband ASB Schuldnerberatungen GmbH organisiert sind.
In Themenheften wird jeweils ein Thema genauer beleuchtet, das Verschuldung und Schuldenregulierung in einen größeren gesellschaftlichen Kontext stellt (beispielsweise Social Banking, Schulden und Armut oder Finanzielle Allgemeinbildung). Die dabei dargestellten Perspektiven reichen von theoretischen Annäherungen bis zu Erfahrungsberichten aus dem Beratungsalltag und werden durch statistische Daten und Studienergebnisse ergänzt.
das budget erscheint 4x jährlich:
3 Themenhefte und der Österreichische Schuldenreport sind zum Abopreis von 18,- Euro (exkl. Ust) erhältlich.
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Redaktion:
ASB Schuldnerberatungen GmbH
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das budget 63: 3. Österreichische Schuldenberatungstagung. Zukunft der Schuldenberatung
das budget 62: Referenzbudgets. Wirksames Instrument zur Vermeidung von Überschuldung
das budget 61: Zukunft der Schuldenberatung
das budget 60: Soziale Benachteiligung, Schulden und Gesundheit
asb-Informationen 59: Qualitäten anerkannter Schuldenberatung
asb-Informationen 58: Reform des Privatkonkurses
asb-Informationen 57: „Kooperationen:
Gemeinsam zum Ziel“
asb-Informationen 56: „ASB-Jubiläum: 15 Jahre vernetzte Schuldenberatung“
asb-Informationen 55: „Finanzielle Ausgrenzung vermeiden“
asb-Informationen 54: Kaufverhalten in der Konsumgesellschaft
asb-Informationen 53: Arm, überschuldet und ausgegrenzt
asb-Informationen 52: Finanzielle Allgemeinbildung
asb-Informationen 51: Social Banking
asb-Informationen 50: Arbeitslosigkeit & Überschuldung
asb-Informationen 49: Wege aus der Schuldenfalle
asb-Informationen 48: Daten über Daten
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